Druckbegrenzungsventile
Druckbegrenzungsventile (DBV) werden zum Beispiel auch unter der Bezeichnung Überdruckventile geführt. Sie stellen ein wichtiges Element innerhalb hydraulischer Systeme dar. Mit einem Druckbegrenzungsventil wird beispielsweise der zulässige Maximaldruck im System begrenzt, um das jeweilige Hydrauliksystem gegen überhöhten Druck (Überdruckabsicherung) abzusichern und eventuelle Schäden im Vorfeld zu verhindern.
Übersteigt der aktuelle Druck im Hydrauliksystem den voreingestellten Wert, ermöglichen Druckbegrenzungsventile das Abfließen einer gewissen Menge Hydraulikflüssigkeit in den Tank. Normalerweise wird so mit einem Druckbegrenzungsventil der höchstzulässige System- beziehungsweise Pumpendruck gegen eine Überschreitung abgesichert.
Eine Variante dieser Ventile stellen beispielsweise Proportional-Druckbegrenzungsventile dar. Diese Maximaldruckventile werden über elektrischen Strom (veränderlich) eingestellt, sichern ein Hydrauliksystem beziehungsweise hydraulische Verbraucher ab, um eine Überlastung zu verhindern. Mithilfe von äußerst kleinen, elektrischen Ansteuer-Strömen lassen sich äußerst große Hydraulikleistungen zuverlässig begrenzen.
So stehen beispielsweise elektrisch justierbare Proportional-Druckbegrenzungsventile, je nach Baugröße, mit mehreren Druckeinstellbereichen (maximal 350 bar) zur Verfügung. Die konstruktiven Varianten der unterschiedlichen Proportional-Druckbegrenzungsventile umfassen zum Beispiel je nach Hersteller: Einschraub-Cartridges für verschieden Stufenbohrungen (international) sowie Einsteck-Cartridges, Zwischenplattenventile gemäß gültiger ISO-/DIN-Norm und Aufflanschventile nach ISO- beziehungsweise DIN-Normanschlüssen sowie Leitungsventile für den direkten Rohrleitungs-Einbau. Eine mechanische Druck-Grundeinstellung kann mitgeliefert werden.
Allgemeine Druckbegrenzungsventile können zum Beispiel in der Schmiertechnik wie auch der Öl-Hydraulik eingesetzt werden und ebenso bei unterschiedlichen schmierfähigen Flüssigkeiten oder Ölen. Werden sie in Rohrleitungen eingebaut, dienen diese Ventile der Druckbegrenzung. Sie sind jedoch keine Sicherheitsventile nach DIN 3320. Druckbegrenzungsventile finden ihren Einsatzort beispielsweise im allgemeinen Maschinen-, Apparate-, Chemieanlagen- wie auch Automobilbau. Zudem in der Kraftwerkstechnik und bei Wasserturbinen wie auch bei der Windenergie-Erzeugung.
Druckbegrenzungsventile sind in ihrer Funktionsweise direkt steuerbare Ventile, welche mittels ihres robusten und sehr einfachen Aufbaus punkten. Die Spindel bietet eine exakte Einstellung des jeweiligen Öffnungsdrucks und kann optional von außen per Handrad betätigt werden. Durch das Anziehen einer Hutmutter lässt sich die Spindel festsetzen.
Der Kolben besitzt eine niedrige Losbrechkraft und bietet somit, bei dem Erreichen des voreingestellten Öffnungsdrucks, das sensible Ansprechen des Druckbegrenzungsventils. Die scharfen Steuerkanten am Ventilgehäuse sowie Kolben bewirken eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber Schmutzpartikeln innerhalb des Mediums. Druckbegrenzungsventile sind normalerweise wartungsfrei, falls sie in den zulässigen Einsatzgrenzen genutzt werden.


