Blasenspeicher
Blasenspeicher bieten sich in der Hydraulik an, wenn zum Ausgleich von Druckschwankungen größere Volumenströme benötigt werden, so dass Membranspeicher ungeeignet erscheinen. Im Gegensatz zu Kolbenspeichern, die in diesem Fall ebenfalls einsetzbar sind, eignen sich Blasenspeicher auch für niedrig viskose, sowie verschmutzte Hydraulikflüssigkeiten. Außerdem zeichnen sich diese Speichersysteme durch kurze Reaktionszeiten aus und dürfen, im Gegensatz zu den Membranspeichern, auch horizontal eingebaut werden.
Der Aufbau eines Blasenspeichers
Blasenspeicher bestehen aus einem zylindrischen Gehäuse, das an beiden Enden verschlossen ist. Einer der Deckel, bei senkrechter Einbaulage der obere, ist mit einem Gasventil versehen, über den das Gehäuse mit einem Schutzgas, üblicherweise Stickstoff, befüllt und auf den Arbeitsdruck vorgespannt wird. Über dieses Ventil ist auch eine Kontrolle des Vorfülldrucks, sowie ein Nachfüllen möglich. Zu diesem Zweck lässt sich eine spezielle Füll- und Prüfeinrichtung an diesem Ventil anschließen.
Auf der gegenüberliegenden Seite besitzt der Behälter einen Druckanschluss, über den das hydraulische System mit dem Speicher verbunden wird. Im Inneren des Behälters befindet sich eine Speicherblase, die zum Druckanschluss hin offen ist. Diese Blase trennt das Gas von der Hydraulikflüssigkeit und ist in verschiedenen Materialien erhältlich, so dass ein Blasenspeicher nicht nur für Mineralöle verwendbar ist, sondern auch für andere Flüssigkeiten eingesetzt werden kann, zum Beispiel biologisch abbaubare Öle oder verschiedene Emulsionen. Zum Einsatz kommen hier beispielsweise Nitril, Butyl oder auch Epichlorhydrin. Auch der Einsatz in unterschiedlichen Temperaturbereichen, zwischen maximal -40 und +100 Grad Celsius, ist mit den unterschiedlichen Werkstoffen möglich. Typische Einsatzbereiche liegen zwischen -15 und +80 Grad Celsius.
Die Funktionsweise des Blasenspeichers
Durch den Vorfülldruck der Gasfüllung wird die Blase im Speicher zusammengedrückt. Dadurch wird bei sinkendem Druck im Hydrauliksystem, der Blaseninhalt durch den Hydraulikanschluss abgegeben. Dabei sind Volumenströme bis 900 Liter pro Minute möglich. Die Blase darf im Betrieb allerdings nicht komplett, sondern nur bis circa 10 Prozent des Gesamtvolumens entleert werden. Bei ansteigendem Druck füllt sich die Blase wieder, bis ein Gleichgewicht entstanden ist.
Blasenspeicher verwenden
Mit speziellen Befestigungsmitteln, Konsolen sowie Schellen mit einer Einlage aus Gummi, lassen sich Blasenspeicher einfach und sicher, in senkrechter bis waagerechter Lage einbauen. Sie eignen sich für eine Anwendung als Druckspeicher, wie auch für das Dämpfen von Pulsationen und zum Abbau von Druckstößen.


