Verschmutzungskontrolle und Verschmutzungsanzeigen

Die Verschmutzungskontrolle in ein wichtiger Teilbereich der Diagnose und Messtechnik für hydraulische Anlagen. Die Verschmutzung der Hydraulikflüssigkeit mit Fremdpartikel ist eine der Hauptursachen für Fehlfunktionen, Schäden und Stillstandszeiten von Hydrauliksystemen. Verunreinigungen sind dabei prinzipiell kaum zu vermeiden. Schmutz wird durch den Einbau neuer Bauteile, durch Wartungs- und Servicearbeiten, oder durch Abrieb während des normalen Betriebs in das System eingetragen. Eine hochwertige Verschmutzungskontrolle ermöglicht den effizienten Einsatz von Filteranlagen und eine bessere Planung der Wartungs- und Serviceintervalle. 

Verschmutzungskontrolle

 

Funktionsweise

Allgemein gesprochen wird das Verschmutzungsniveau der Hydraulikflüssigkeit anhand der Anzahl der Partikel pro Volumeneinheit bestimmt. Neue Geräte arbeiten in der Regel mittels optischer Laserabtastung. Dabei wird ein konzentrierter Lichtstrahl durch eine Fluidsäule projiziert und von einem Photodetektor aufgefangen. Passiert ein Partikel den Lichtstrahl, so wird die Intensität abhängig von der Größe des Partikels abgeschwächt. Diese Intensitätsabschwächung wird vom Photodetektor registriert. Mittels längerer Messreihen sich so sowohl die Größe der Schmutzpartikel, als auch der Grad der Verunreinigung bestimmen. 
Je nach Einsatzbereich des Hydrauliksystems sind unterschiedlich große Partikel und Verschmutzungsgrade innerhalb der Flüssigkeit tolerierbar. Während zum Beispiel Stößelpumpen eine große Toleranz gegenüber Verunreinigungen besitzen, sind bei Servo-Regelventile weitaus empfindlicher und benötigen eine entsprechend ausgereifte Filteranlage und Verschmutzungskontrolle


Tragbare Partikelzähler

Für den mobilen Einsatz vor Ort sind mit der Hand tragbare Partikelzähler eine praktische Alternative zu Laborgeräten. Diese handlichen Geräte eignen sich besonders für Wartungs- und Servicearbeiten. Moderne Geräte können auch während des Betriebes der hydraulischen Anlage eingesetzt werden und liefern zuverlässige Ergebnisse, ohne den Betrieb unterbrechen zu müssen. Tragbare Partikelzähler sind flexibler einsetzbar als ihre stationären Gegenstücke, jedoch auf Kosten der Genauigkeit. Aufgrund der technologischen Weiterentwicklung ist die Messgenauigkeit bei tragbaren Partikelzählern mittlerweile für die meisten Anwendungen jedoch mehr als ausreichend. 


Kontrolle im Labor

Zur Bestimmung des Verschmutzungsgrades im Labor wurden leicht zu bedienende Probenentnahmegeräte entwickelt. Eine saubere und verunreinigungsfreie Probenentnahme ist entscheidend für ein aussagekräftiges Messergebnis. Stationäre Messsysteme erlauben eine Messung der Proben in Laborqualität. Im Gegensatz zu den tragbaren Modellen arbeiten diese Geräte schneller, genauer und können auch kleinere Partikelgrößen erfassen. 


Permanente Verschmutzungskontrolle

Zur permanenten Überwachung des Verschmutzungsgrades lassen sich Sensoren auch direkt in das hydraulische System einbauen. Durch den Dauerbetrieb kann die Verschmutzung über einen längeren Zeitraum analysiert werden, ohne dass der Betrieb unterbrochen werden müsste. Permanente Verschmutzungssensoren werden etwa in mobilen Geräten wie landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge eingesetzt, oder zur Erkennung von Verschmutzungen in Kraftstofflagertanks. Durch die kontinuierlichen Messungen kann auf plötzliche Veränderungen sofort reagiert werden.

Eine sorgfältige Verschmutzungskontrolle ist ein Grundpfeiler für den ordentlichen und störungsfreien Betrieb eines jeden hydraulischen Systems. Je nach Verschmutzungstoleranz eignen sich andere Gerätemodelle. Wir beraten Sie gerne bei der richtigen Auswahl.

Wenn Sie weitere Fragen zum Thema Verschmutzungskontrolle für hydraulische Systeme haben, so steht Ihnen unser freundliches Serviceteam gerne für ein Gespräch zur Verfügung.

Verschmutzungsanzeigen

 

Verunreinigungen der Hydraulikflüssigkeit gehören zu den größten Problemen innerhalb der Hydraulik. Verschmutzungen beeinflussen nicht nur die Leistung negativ und lassen Anlage vorzeitig altern, sondern können empfindliche Bauteile komplett unbrauchbar machen. Schmutz wird dabei von verschiedenen Seiten in das System eingebracht. In Neuteilen findet man den so genannten Urschmutz, besonders grobkörnige Rückstände aus dem Produktionsprozess. Bei Service- und Wartungsarbeiten wird zwangsläufig Schmutz eingetragen. Schlussendlich kommt es durch Abrieb innerhalb des hydraulischen Systems zu einer kontinuierlichen Verunreinigung der Hydraulikflüssigkeit. Eine fachgerechte Filteranlage ist daher für jedes hydraulische System unumgänglich um einen langen und möglichst störungsfreien Betrieb zu garantieren. 

Ein Filter verliert jedoch mit steigendem Verschmutzungsgrad kontinuierlich an Wirkung. Verschmutzungsanzeigen ermöglichen die Kontrolle der Filter, ohne das der Betrieb unterbrochen werden müsste. Abhängig vom Modell liefert die Verschmutzungsanzeige optische, elektronische oder elektrische Informationen über den Zustand des Filterelements. Dadurch lassen sich Service- und Wartungsarbeiten effizienter planen, während gleichzeitig der maximale Schutz der Hydraulikanlagen garantiert bleibt. 


Funktionsweise

Mit steigender Verschmutzung des Filterelements kommt es zu einem Druckverlust im Filtergehäuse. Dieser Druckverlust wird von der Verschmutzungsanzeige wahrgenommen. Überschreitet der Druckverlust einen eingestellten Grenzwert, so wird ein optisches, elektronisches, oder elektrisches Signal gegeben. In der Regel verfügen die Verschmutzungsanzeigen auch über einen Voralarm, um auf einen anstehenden notwendigen Filterwechsel hinzuweisen und so einen größeren Wartungsspielraum zu schaffen. 
Bei programmierbaren Verschmutzungsanzeigen lassen sich die Warngrenzen beliebig anpassen. Neuere Modelle können die Messwerte kontinuierlich aufzeichnen und an einen Computer weiterschicken und erlauben so eine zentrale Überwachung sämtlicher Filterelemente einer Anlage oder Betriebes.


Die richtige Auswahl

Die Wahl der richtigen Verschmutzungsanzeige vom jeweiligen Filter abhängig und wird unter anderem vom Maximaldruck und von der Bauart des Filters bestimmt. Beachten sollte man auch die Betriebstemperatur und die Art des Druckmediums. Weiters sollte man - wie bei vielen anderen hydraulischen Bauteilen auch - die auftretenden mechanischen Belastungen, etwa durch Vibrationen, berücksichtigen. Für den korrekten Anschluss der Anzeige sind unter Umständen spezielle Adapter notwendig. 

Prinzipiell unterscheidet man Verschmutzungsanzeigen nach Art des Anzeigentyps. Möglich sind optische, elektrische und elektronische Anzeigen, aber auch eine Kombination. Weiters gibt es Unterschiede bei der Wahl des Dichtungsmaterials und des Materials für das Anzeigengehäuse. 

Unser erfahrenes Team unterstützt Sie gerne bei der Wahl der passenden Verschmutzungsanzeigen für Ihre hydraulischen Systeme. Wenn Sie weiter Fragen zu diesem Thema haben, so stehen Ihnen unsere Servicemitarbeiter gerne für ein Gespräch zu Verfügung. Sie können dabei nicht nur im Einkauf von uns profitieren, sondern uns auch bei Service- und Wartungsarbeiten jederzeitig in Anspruch nehmen.